Lasermedizin

Die technische Entwicklung in der Lasertechnologie kommt auch unseren vierbeinigen Patienten zugute. Besonders hilfreich ist die Lasertechnologie bei Eingriffen in schwer zugänglichen Bereichen oder die nur mit dem Endoskop zu erreichen sind.  So wird dem Patienten der klassische Schnitt mit allen Unannehmlichkeiten und Komplikationen erspart.

Anwendungen mit gutem Erfolg hatten wir bisher im Bereich des Kehlkopfes und der Harnleiter. Eine Faser mit einem Durchmesser von nur 0,6 mm kann in die Tiefe eingebracht werden und überträgt die Energie nur dort, wo ein Kontakt entsteht. An der Kontaktfläche entstehen bis zu 400 Grad Celsius, ohne dass eine Schädigung umliegender Gewebe auftritt.

Hund mit KehlkopftumorKehlkopf eines Hundes mit einem Tumor der Atemnot verursacht
behandelter KehlkopfDirekt nach der Lasertherapie kann der Hund wieder frei atmen …
Kontrolle nach einer Tumorentfernung… und bei einer Kontrolle nach einem Jahr ist inzwischen nur wenig Gewebe nachgewachsen
Laserfaser in einer HarnröhreEndoskopisches Bild einer Laserfaser in der Harnröhre
durchtrenntes Gewebe in der HarnröhreDie Laserfaser durchtrennt das Gewebe zwischen dem abweichenden Harnleiteranteil und der Harnröhre

Ihr Ansprechpartner: Prof. Dr. Rafael Nickel , Telefon 040 5 29 89 40

Laserlithotripsie

Die Zertrümmerung von Harnsteinen ermöglicht die schonende Entfernung der zerkleinerten oder pulverisierten Harnsteine auf natürlich Wege. Mit Hilfe der Endoskopie kann eine Faser mit einem Durchmesser von unter 1 mm in die Harnwege eingeführt werden. Ein Holmium Laser erzeugt gepulste Laserstrahlung und mit einer Wellenlänge von 2080 nm bei einer Frequenz von 6-8 Hz und einer Energie von 0,5 - 0,8 J wird der Harnstein bei Kontakt mit der Laserfaser zerstört. Sobald die Harnsteinfragmente klein genug sind können sie mit einer speziellen Fangschlaufe herausgezogen oder herausgespült werden.
Die Methode ist in der Urologie bei Menschen schon länger sehr gebräuchlich und hat sich in den USA bereits auch bei Hunden und Katzen sehr bewährt. In Europa sind nur sehr wenige Tierkliniken bisher mit der nötigen Apparatur ausgestattet.

Die Vorteile der Methode sind natürlich sehr naheliegend, da kein chirurgischer Eingriff erforderlich ist und damit Schmerzen und Unwohlsein vermindert, aber auch Komplikationen der Chirurgie vermieden werden können. Vor Allem in der Harnröhre des Rüden lokalisierte Steine, die oft zu dramatischen Zuständen führen und deren chirurgische Entfernung viele unangenehme Konsequenzen hat, können mit der Laserlithotripsie unkompliziert entfernt werden. Die Tiere müssen allerdings eine gewisse Grösse haben, bzw. deren Harnröhre. Um das dünnste Endoskop zur Anwendung der Diagnostik als auch der Therapie einbringen zu können muss der Harnröhrendurchmesser mindestens 3 mm (entspricht einem Katheter von 8,5 Fr.) haben. Dies kann bei Rüden ab ca. 8 kg Körpergewicht schon gegeben sein, ist aber auch Rasseabhängig unterschiedlich. Kater können aufgrund des Harnröhrendurchmessers von max. 1,3 mm auf diesem Wege nicht behandelt werden, es sei den sie haben bereits eine Harnröhrenfistel.

Die behandelten Tiere können direkt nach dem Eingriff aus der Klinik nach Hause entlassen werden.

Flexibles Videoendoskop mit LED Technologie und Holmiumlaser mit Faser
Harnsteinfragment in der Fangschlaufe...
...vor der Entfernung bei einer Hündin

Ihr Ansprechpartner: Prof. Dr. Rafael Nickel , Telefon 040 5 29 89 40