Untersuchungsgang

Der neurologische Untersuchungsgang besteht aus vielen Einzeluntersuchungen und ist in der Regel nicht schmerzhaft. Die Untersuchung wird mit Ruhe und Geduld vorgenommen, da die Kooperation des Patienten sehr wichtig ist. Beurteilt werden das Bewusstsein, das Verhalten, der Gang und die Haltung des Patienten. Im Anschluss werden die Haltungs- und Stellreaktionen und die Kopfnerven überprüft, gefolgt von den Rückenmarksreflexen. Erst am Ende der Untersuchung erfolgt ein vorsichtiges Überprüfen auf eine eventuell vorliegende Schmerzhaftigkeit. Sollten sich neurologische Defizite aufzeigen, erfolgt nun die neuro-anatomische Lokalisation der Läsion. Hier unterscheidet man das periphere Nervensystem und das zentrale Nervensystem. Ist das zentrale Nervensystem erkrankt, kann die Unterteilung in Gehirn und Rückenmark getroffen werden. Das Rückenmark wird weiter in Segmente unterteilt und das Gehirn in seine einzelnen Komponenten (Großhirn, Kleinhirn, Hirnstamm). Eventuell gibt es Hinweise, dass der Vestibularapparat (Gleichgewichtssystem) betroffen ist.

Aus den vorliegenden Untersuchungsergebnissen ergeben sich weitere diagnostische Schritte.

Bei Erkrankungen des Rückenmarks, der Wirbelsäule und des Gehirns stehen je nach Fragestellung eine Kernspintomographie (MRT) und eine Computertomographie (CT) zur Wahl. Je nach Schwere der Erkrankung und medizinischer Notwendigkeit kann diese am Tag der Vorstellung erfolgen.

Abhängig vom Krankheitsbild ist es manchmal aber ratsam, zunächst andere Untersuchungen (zum Beispiel Labor, Röntgen, Ultraschall, Gallen-Säuren-Stimulationstest) durchzuführen.

Liquor-Untersuchung

Zur Diagnosestellung von Gehirnerkrankungen und einigen Rückenmarkserkrankungen ist die Untersuchung des Liquors (Gehirnwassers) nötig. Die Auswertung erfolgt im hauseigenen Labor und umfasst die Beurteilung des Proteingehaltes und das Vorhandensein von Entzündungszellen. Vorort erfolgt eine Zellzählung und ein Zytospin, in dem die Entzündungszellen weiter unterschieden werden können. Die sofortige Untersuchung ist besonders wichtig, da Liquor innerhalb eines sehr schmalen Zeitfensters untersucht werden muss, um falsche Ergebnisse zu vermeiden. 

Elektrodiagnostik

Bei Erkrankungen des peripheren Nervensystems kann eine Elektrodiagnostik durchgeführt werden. Ermittelt werden die Nervenleitgeschwindigkeit und eine Elektromyographie („Muskelpotentiale“). Bei Verdacht auf Vorliegen einer Taubheit steht eine Audiometrie (Hörtest) zur Verfügung (zurzeit im Aufbau).

Muskel-Nerv-Biopsie

Bei entsprechender Fragestellung kann eine Muskel-Nerv-Biopsie für eine pathologische Untersuchung in einem darauf spezialisierten Labor vorgenommen werden.

Die genannten Untersuchungen erfolgen in Narkose. Die Einschätzung des Narkoserisikos ist somit sehr wichtig. Häufig werden dafür vor einer Narkose Blutuntersuchungen oder röntgenologische Untersuchungen empfohlen.

Bevor eine Entscheidung über die weiterführende Diagnostik getroffen wird, erfolgt eine ausführliche Aufklärung über die individuellen Risiken und der möglichen Diagnosen.

 

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