Radiojodtherapie – Behandlung der Hyperthyreose

Unsere Tierklinik zählt zu den wenigen ausgewählten in Deutschland, die die Radiojodtherapie bei Katzen anwenden dürfen. Die Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) gilt als häufigste endokrine Erkrankung der Katze.

Symptomatik: Hyperaktivität, Gewichtsverlust bei gesteigertem Appetit, vermehrtes Trinken bei vermehrtem Harnabsatz, häufig auch intermittierendes Erbrechen und Durchfall, in einigen Fällen zudem Apathie.

Diagnostik: Erhöhter T4-Wert, Ultraschall, im Zweifelsfall Schilddrüsen-Szintigraphie

Therapie: Drei Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Auswahl:

1. medikamentöse Therapie 
2. Operation 
3. Radiojodtherapie

Dauer und Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie sowie mögliche Komplikationen der Operation machen die Radiojodtherapie in den meisten Fällen zur Therapie der Wahl. Jod-131 reichert sich überwiegend in den hyperthyreot veränderten Arealen der Schilddrüse an. Die kurze Reichweite der Betastrahlung (circa 400 µm) führt zur lokalen Destruktion des adenomatös veränderten Gewebes, dabei werden Schilddrüsengewebe, Nebenschilddrüsen und Halsweichteile weitgehend ausgespart.

Aufgrund aktueller Strahlenschutzvorschriften und der Ausscheidung nicht thyreoidal gespeicherten Jods über die Nieren ist nach der Therapie ein stationärer Aufenthalt von zehn Tagen im Strahlenschutzbereich unserer Tierklinik erforderlich. Wesentliche Nebenwirkungen wurden bei der Radiojodtherapie bisher nicht beobachtet. Direkt praetherapeutisch wird ein Schilddrüsen-Szintigramm vorgenommen, um das Zielvolumen zu berechnen. Es ist daher für Diagnostik und Therapie lediglich eine kurze Sedierung erforderlich. Bei 95 Prozent der therapierten Katzen führt eine einmalige Radiojodtherapie zur Normalisierung der Schilddrüsenfunktion nach zwei bis drei Wochen.

Voraussetzungen zur Therapie:

  • manifeste Hyperthyreose 
  • Absetzen der thyreostatischen Medikation eine Woche vor Therapie 
  • keine infektiösen Begleiterkrankungen 
  • keine höhergradige Nierenfunktionsstörung

Ablauf

Therapietage: in Absprache mit Dr. Christian Franke
Ein Besuch der Katzen ist während dieser Zeit leider nicht möglich. Zwei Wochen nach Therapie ist eine Kontrolle der Schilddrüsenhormonwerte durch den überweisenden Tierarzt erforderlich. Nach Entlassung der Katze muss die Katzenstreu noch sechs Wochen in einem speziellen Behälter aufbewahrt werden und an die Tierklinik zurückgeführt, wo sie weitere zwei Monate gelagert wird, bevor keine Radioaktivität mehr messbar ist und die Entsorgung erfolgen kann.


Ihr Ansprechpartner: Dr. med. Christian Franke, Facharzt für Nuklearmedizin, Telefon 040 5 29 89 40