Szintigraphie

Szintigraphie

Der portosystemische Shunt ist eine kongenitale Verbindung zwischen dem Pfortadersystem und dem venösen Blutkreislauf. Durch Umgehung der Leber gelangen toxische Stoffe ungefiltert in den Körperkreislauf und führen unter anderem zu neurologischen Symptomen und zur Harnsteinbildung. Zum Nachweis als Screening-Methode können zunächst Gallensäuren gemessen und ein Ammoniumtoleranztest ausgeführt werden. Methode: Unter Ultraschallkontrolle erfolgt intrasplenale Injektion von Tc-99m. Dargestellt wird der Abtransport über die Milzvene in die Pfortader und dann entweder in die Leber oder zum Herz. Untersuchungsdauer circa 30 Minuten unter Sedation. Die Shunt-Szintigraphie gilt als die Standardmethode, um einen Shunt sicher nachweisen zu können: Denn es kann genau gemessen werden, wie viel Blut in die Leber oder an ihr vorbei fließt.

Skelett-Szintigraphie

Skelett-Szintigraphie

Die Skelett-Szintigraphie ist ein hochsensitives Verfahren, um den Knochenstoffwechsel darzustellen. Der Knochen reagiert auf unterschiedliche Schädigungen immer mit einer osteoblastischen oder osteoklastischen Reaktion. Der röntgenologische Nachweis dieser Vorgänge gelingt erst bei einer Verminderung von mindestens 30 bis 50 Prozent des Kalksalzgehaltes. Deshalb kann mittels Szintigraphie häufig wesentlich früher eine Diagnose gestellt werden. Außerdem kann eine Aussage über die Aktivität im Röntgen gesehener Veränderungen getroffen werden.

Methode: Intravenöse Injektion von Tc-99-Phosphaten, 2-Phasen-Szintigraphie mit einer Frühphase fünf Minuten und einer Spätphase eineinhalb bis zwei Stunden nach Injektion. Sedation in der Frühphase, Intubationsnarkose für die Spätphase. Untersuchungsdauer gesamt drei Stunden. Hochsensitive Methode bei

  • Lahmheit unklarer Genese oder unklarer Lokalisation 
  • Verdacht auf entzündliche Knochen- oder Gelenkveränderungen 
  • Knochentumoren oder knöchernen Metastasen
Nieren-Szintigraphie
Nieren-Szintigraphie

Nieren-Szintigraphie

Die Nierenfunktions-Szintigraphie ist eine nicht-invasive Methode zur Messung der globalen als auch der seitengetrennten glomerulären oder tubulären Filtrationsrate. Diese Methode trennt insbesondere in Grenzbereichen des Kreatininwertes zuverlässig zwischen pathologisch und normal und kann auch zur Verlaufsbeurteilung genutzt werden. Die seitengetrennte Funktion hat besondere Wichtigkeit vor operativen Eingriffen an der Niere. Zusätzlich kann eine Aussage über prä-, intra- oder postrenale Abflussstörungen gemacht werden.

Methode: Intravenöse Gabe von Tc-99m-DTPA (glomerulär) beziehungsweise MAG3 (tubulär) und sofortige Aufnahmen über 20 bis 30 Minuten.
(Sedation oder Inhalationsnarkose)

Die globale GFR ohne Seitentrennung und bildliche Darstellung kann ohne Sedation nach intravenöser Injektion und Blutentnahmen nach zwei und drei Stunden bestimmt werden. Indikation und Stellenwert: Nierenfunktionsbestimmung bei

  • grenzwertiger oder diskrepanter Laborsituation
  • prä-operativ 
  • prä-, intra- oder postrenaler Abflussstörung
Schilddrüsen-Szintigraphie

Schilddrüsen-Szintigraphie

Die Schilddrüsen-Szintigraphie ermöglicht es, das funktionale Schilddrüsengewebe darzustellen. Das Radiopharmakon Tc-99m wird analog zum natürlichen Jod in Schilddrüsengewebe aufgenommen aber nicht verstoffwechselt. Dadurch gelingt zusätzlich die Darstellung der Anatomie sowie ektopisch gelegenen Gewebes oder von Metastasen. Die Intensität der Aufnahme ist abhängig vom Ausmaß der Über- beziehungsweise Unterfunktion.

Methode: Intravenöse Gabe von TC-99m. Nach 20 Minuten Szintigraphie über 5 Minuten.
(Sedation)
Dauer: 30 Minuten

Indikation und Stellenwert:

  • Größe, Lage und Funktion der Schilddrüse bei Verdacht auf oder nachgewiesener Schilddrüsenüberfunktion.
  • Verdacht auf oder Nachweis von Schilddrüsentumoren oder Metastasen 
  • cervikale Tumoren unklarer Genese
Tumor-Szintigraphie

Tumor-Szintigraphie

Tumore und Metastasen haben in der Regel eine deutlich erhöhte Zellteilung und erhöhte mitochondriale Aktivität. Tc-99m-MIBI, das normalerweise für die Myokard-Szintigraphie verwendet wird, hat sich auch als guter Marker in der Darstellung maligner Tumore erwiesen.

Methode: Intravenöse Gabe von Tc-99-MIBI und Ganzkörperszintigraphie nach einer und zwei Stunden.
Inhalationsnarkose erforderlich.
Dauer gesamt drei bis vier Stunden.

Indikation: Primärtumorsuche (außerhalb des Skelettsystems), gegebenenfalls auch Metastasennachweis.

Sonstige Untersuchungsmethode

Lungenperfusions-Szintigraphie, Myokardperfusions-Szintigraphie etc.


Ihr Ansprechpartner: Dr. med. Christian Franke, Facharzt für Nuklearmedizin, Telefon 040 5 29 89 40