Einsatz von Stents bei Hunden und Katzen

Luftröhrenverengung (Trachealkollaps)

Die Luftröhre kann – vorwiegend bei kleineren Rassen – nicht stabil sein und sich bei der Atmung verengen. Es kommt zunächst zunehmend zum Husten, im Verlauf zu Keuchen, Röcheln und Würgen bis hin zur Atemnot, blauer Zunge und Umfallen, meist schlimmer bei warmen, trocknen Wetter. 

Der Verdacht auf eine Luftröhrenverengung kann sich aus einem Röntgenbild ergeben, zum sicheren Nachweis ist eine Spiegelung der Luftwege (Tracheobronchoskopie) nötig. Abhängig vom Grad der Beschwerden können Medikamente zur Entspannung der Bronchien, Unterdrückung des Hustenreizes und zur Beruhigung zunächst eingesetzt werden. In schwerwiegenden Fällen kann es aber sehr hilfreich sein, einen sogenannten Stents einzubringen. Die auch bei Herzkranzgefäßverengungen beim Menschen eingesetzten Stents werden unter röntgenologischer Kontrolle in die Luftröhre eingebracht. Zuvor müssen sie allerdings nach Maß bestellt werden bei einer Lieferzeit von zwei bis drei Tagen (Infiniti Medical, Kalifornien / USA).

Da der Stent wie ein Fremdkörper in der Luftröhre wirken kann, ist eine mögliche Nebenwirkung ein Hustenreiz, der medikamentös unterdrückt werden muss. Deswegen ist der Nutzen des Stents eher für Hunde mit Atemnot als mit Husten gegeben.

Röntgenbild TrachealkollapsRöntgenbild Trachealkollaps
Endoskopisches Bild der TracheaEndoskopisches Bild der Trachea mit hochgradigem Kollaps
Röntgenbild nach StentapplikationRöntgenbild nach Stentapplikation

Behandlung des Harnröhrenverschluss (Urethraobstruktion) mit Stents

Spezielle Stents, nur für die Tiermedizin produziert, gibt es von Infiniti Medical aus Kalifornien. Patienten, bei denen wir diese Stents eingesetzt haben, litten in der Regel unter Tumoren in der Harnröhre. Aber auch bei Narben in der Harnröhre (Strikturen) konnten Stents erfolgreich eingesetzt werden. Ein Stent wird unter Röntgenbegleitung über die natürlichen Öffnungen eingebracht und an entsprechender Stelle freigesetzt. Bei der Behandlung von Strikturen kann es zu leichten Blutungen als Komplikation kommen. Bei Tumoren ist es als Palliativmaßnahme gedacht, erspart das unangenehme Einbringen von Kathetern, kann aber in circa 25 Prozent der Fälle auch zur Harninkontinenz führen.

HarnröhrenstentHarnröhrenstent entfaltet von Inifiniti Medical
Endoskopisches Bild eines StentsEndoskopisches Bild eines Stents, der das Tumorgewebe zur Seite drückt, in der Harnröhre eines Hundes
Röntgenbild eines Hundes mit einem HarnröhrenkarzinomRöntgenologisches Bild eines Hundes mit einem Harnröhrenkarzinom

Harnleiterstent

In einigen Fällen kann es vor allem bei Katzen zu einem Verschluss der Harnleiter kommen, die den Urin von der Niere in die Harnblase ableiten. Meistens sind es Calciumoxalatsteine, die einen Verschluss verursachen. Auch die chirurgische Entfernung der Harnsteine bietet neben dem hohen Risiko von Komplikationen nicht immer eine vernünftige Lösung. Es bleiben nach Entfernung der Steine Gewebeveränderungen, die den Harnabfluss behindern. Zu erkennen ist dies am erweiterten Nierenbecken und an der Erhöhung der Nierenwerte im Blut. Auch hier kann ein als Harnleiterstent bezeichneter Katheter genutzt werden, der zwei Schweineschwanzähnliche Enden hat (Pigtail) und durchlaufend perforiert ist.

Ultraschall vor dem Harnleiterstent
Ultraschall nach dem Harnleiterstent
Ultraschallbild mit dem Harnleiterstent

Ihre Ansprechpartner: Prof. Dr. Rafael Nickel, Dr. Frank Wagner

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