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HNO

Durchatmen dank unserer Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

Das Gebiet der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde umfasst Erkrankungen des Kopfes und des Halses. Sie überschneidet sich in vielen Fällen mit anderen Fachgebieten wie Bildgebung, Dermatologie, Innere Medizin, Onkologie, Zahnheilkunde etc.

Hier möchten wir nur kurz auf den größten Anteil unserer Überweisungspatienten in diesem Fachgebiet eingehen:

Die häufigsten Erkrankungen sind das brachycephale Syndrom bei Bulldoggen und Möpsen, die Kehlkopflähmung (Larynxparalyse), die meist bei älteren Hunden größerer Rassen auftritt und der Trachealkollaps der kleinen Hunderassen.

Die Behinderung der Atmung ist ein schrecklicher Zustand, bei dem die Tiere unter einem enormen Leidensdruck stehen. Wir versuchen mit moderner Technologie und chirurgischen Techniken, den Patienten das Atmen wieder zu erleichtern.

1. Brachycephales Syndrom

Die kleinen Möpse und französischen Bulldoggen haben leider häufig schon in den ersten Lebensjahren Probleme mit der Atmung, die bei Wärme und Aufregung schnell dramatisch werden und bis zum Kollaps führen können. Die Behandlung solcher Patienten ist sehr komplex und aufwendig: Viele Engpässe in den Atemwegen müssen korrigiert werden. Deshalb wird zuerst eine Spiegelung der Atemwege vorgenommen, anschließend eine Computertomographie, um den aktuellen Zustand zu erfassen.

Die Liste der möglichen Engpässe ist lang:

  •  zu enge Nasenlöcher
  •  zu enger Nasenvorhof
  •  Vorfall der Nasenmuscheln in den Nasenrachenkanal
  •  zu enger Nasenrachenkanal
  •  zu langes Gaumensegel
  •  zu dicke Zunge
  •  Kehlkopfschwäche
  •  Vorfall der Stimmtaschen
  •  zu enge (hypoplastische) Luftröhre


Um Erleichterung zu verschaffen versuchen unsere Spezialisten, möglichst all diese Engpässe zu erweitern. Dazu wenden sie neben klassischen chirurgischen Methoden Radiofrequenztechnologie und Lasertechnologie an.

Behandlungsmöglichkeiten

  •  Erweitern der Nasenlöcher mit einer Keilexzision
  •  Radiofrequenzablation der Nasenfalte im Nasenvorhof
  •  Radiofrequenzreduktion der Nasenmuscheln oder laserassistierte Turbinektomie
  •  Vermindern des Volumens des weichen Gaumens chirurgisch oder mit Radiofrequenzablation
  •  Kürzen und Ausdünnen des Gaumensegels
  •  Entfernen der vorgewölbten Stimmtaschen
  •  Narbenbildung durch Radiofrequenzsonden-Anwendung am äußeren Kehlkopf zur passiven Erweiterung
  • Reduktion der Zunge und des weichen Gaumens mit Radiofrequenzsonde (ähnlich der Antischnarch-Behandlung beim Menschen)

2. Kehlkopflähmung (Larynxparalyse)

Meist bei älteren Hunden der großen Rassen kommt es zu einer Fehlfunktion des Kehlkopfes. Dabei verändern sich Nerven und Muskulatur, der Kehlkopf öffnet sich beim Einatmen nicht mehr weit genug. Es kommt zu einem relativ typischen Geräusch und in zunehmenden Maß Verminderung der Leistung bis hin zu Atemnot. Nicht selten wird bei den Hunden zunächst eine Herzerkrankung vermutet.

Die Diagnose wird durch eine Spiegelung (Laryngotracheoskopie) gestellt. In der dafür nötigen Narkose kann gleich eine chirurgische Therapie Anwendung finden, die sogenannte Arytenoidlateralisation. Dabei erlaubt ein kleiner Schnitt am Hals einen Zugang zu den Knorpeln des Kehlkopfes. Anschließend wird ein Fortsatz mit speziellen Nähten nach außen gezogen. Die Methode ist sehr erfolgreich, hält aber unter Umständen nicht bei allen Hunden dauerhaft. Nur in Ausnahmefällen kann der Kehlkopfschlitz durch die Arytenoidlateralisation nicht erweitert werden. Die Erleichterung der Atmung ist in der Regel sofort nach der Operation spürbar – die Hunde können nach dem Aufwachen gleich nach Hause entlassen werden.

3. Luftröhrenverengung (Trachealkollaps)

Die Luftröhre kann – vorwiegend bei kleineren Rassen – nicht stabil sein und sich bei der Atmung verengen. Es kommt zunächst zunehmend zum Husten, im Verlauf zu Keuchen, Röcheln und Würgen bis hin zur Atemnot, blauer Zunge und Umfallen. Bei warmem, trockenem Wetter sind die Symptome meist schlimmer.

Der Verdacht auf eine Luftröhrenverengung kann sich aus einem Röntgenbild ergeben, zum sicheren Nachweis ist eine Spiegelung der Luftwege (Tracheobronchoskopie) nötig. Abhängig vom Grad der Beschwerden können Medikamente zur Entspannung der Bronchien, Unterdrückung des Hustenreizes und zur Beruhigung zunächst eingesetzt werden. In schwerwiegenden Fällen kann es aber sehr hilfreich sein, einen sogenannten Stent einzubringen. Die auch bei Herzkranzgefäßverengungen beim Menschen eingesetzten Stents werden unter röntgenologischer Kontrolle in die Luftröhre eingebracht.

Da der Stent wie ein Fremdkörper in der Luftröhre wirken kann, ist eine mögliche Nebenwirkung ein Hustenreiz, der medikamentös unterdrückt werden muss. Deswegen ist der Nutzen des Stents eher für Hunde mit Atemnot als mit Husten gegeben.

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