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Chirurgie

Handwerk, Wissen, Herz

Die wichtige Rolle der chirurgischen Therapie bei der Behandlung von Erkrankungen unserer vierbeinigen Patienten hat in der Tierklinik in Norderstedt Tradition. Die Entwicklung in der Tiermedizin verläuft rasant. In vielen Bereichen gleichen die Eingriffe schon dem Standard in der Humanmedizin, sei es in der Orthopädie, Neurochirurgie oder der endoskopischen Chirurgie. Ständige Fortbildung und Training sind nötig, hinsichtlich der Geräte und Instrumente müssen die nötigen Voraussetzungen gegeben sein. In unserem Operationsbereich führen sehr anerkannte Experten mit modernstem Equipment täglich komplizierteste Eingriffe durch und sorgen mit ihrer Fachkunde und langjährigen Routine für ein hohes Maß an Sicherheit und Qualität.

Unsere Anmeldung vermittelt Termine für Beratung und Behandlung unter der E-Mail Adresse info@tierklinik-norderstedt.de.

Weichteilchirurgie

Wir führen alle chirurgischen Eingriffe im Bereich der inneren Organe, Blut- und Lymphgefäße und Haut durch- von Standardoperationen wie Kastrationen bis hin zur Thoraxchirurgie.

Eine der führenden Überweisungsklinik sind wir für operative Eingriffe an den harnbildenden und harnableitenden Organen sowie im Kopf- und Halsbereich. Prof. Dr. Rafael Nickel, weltweit anerkannter Experte in diesen Fachgebieten, führt diese Operationen zumeist durch. Einen kleinen Ausschnitt über mögliche Behandlungsoptionen erhalten Sie unter Urologie oder Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Eine hochmoderne Technologie bieten wir Ihnen durch die Anwendung der Lasermedizin. Die technische Entwicklung in der Lasertechnologie kommt auch unseren vierbeinigen Patienten zugutezugute – bei Eingriffen in schwer oder nur mit dem Endoskop zugänglichen Bereichen. So wird dem Patienten der klassische Schnitt mit allen Unannehmlichkeiten und Komplikationen erspart.

Anwendungen mit gutem Erfolg hatten wir bisher im Bereich des Kehlkopfes und der Harnleiter. Eine Faser mit einem Durchmesser von nur 0,6 mm kann in die Tiefe eingebracht werden und überträgt die Energie nur dort, wo ein Kontakt entsteht. An der Kontaktfläche entstehen bis zu 400 Grad Celsius, ohne dass eine Schädigung umliegender Gewebe auftritt.

Mehr erfahren Sie unter Urologie.

Knochen- und Gelenkchirurgie

Wir sind in der Lage nahezu alle erworbenen oder angeborenen Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates Ihres Tieres zu versorgen. Mit Dr. Christian Magunna und Dr. Frank Wagner stehen uns zwei führende Spezialisten im Bereich der orthopädischen und neurologischen Chirurgie als leitende Chirurgen zur Verfügung.

1. Frakturversorgung

Knochenbrüche sind fast immer Folge einer schweren Traumatisierung, zum Beispiel nach Stürzen, Verkehrsunfällen, Trittverletzungen oder Beißereien. Im Rahmen eines Knochentumors können allerdings aufgrund der Schwächung des Knochens auch Spontanfrakturen ohne ein wesentliches Trauma auftreten (sogenannte pathologische Frakturen). Damit Ihr Tier nach einem traumatischen Knochenbruch möglichst bald wieder laufen kann, ist häufig ein operatives Eingreifen erforderlich.

Um eine optimale und individuell abgestimmte Versorgung zu ermöglichen, wenden wir verschiedene Operationstechniken an:

  •  LCP (locking compression plate; „Verriegelungsplatte“, Fa. Synthes Veterinär): Verwendung u. a. bei Knochenbrüchen der Röhrenknochen, des Kiefers, der Wirbelsäule, des Beckens
  •  DCP (Dynamische-Kompressions-Platte, Fa. Synthes Veterinär): Verwendung u. a. bei Knochenbrüchen der Röhrenknochen, des Kiefers, der Wirbelsäule, des Beckens
  •  SOP („String of pearls“, Fa. Orthomed): Verwendung insbesondere bei der Versorgung schwieriger Brüche an Becken und Wirbelsäule
  •  Marknagelung mit Bohrdrähten: Verwendung insbesondere bei Kaninchen, Meerschweinchen etc.
  •  Knochennaht mit Cerclagedraht: Verwendung insbesondere bei Kieferfrakturen
  • Fixateur externe: Verwendung insbesondere bei offenen oder infizierten Knochenbrüchen

Die konservative, also nicht-chirurgische Behandlung von Knochenbrüchen, ist für wenige spezielle Situationen sinnvoll. Im Gegensatz zu uns Menschen belasten Hund und Katze jedoch in der Regel das gebrochene Bein, sodass meist mit einer reinen Verbandbehandlung dauerhaft keine ausreichende Stabilität und korrekte anatomische Position des gebrochenen Knochens gewährleistet werden kann.
Desweiteren werden die Kosten, die Dauer und der organisatorische Aufwand einer Verbandsbehandlung meist unterschätzt, sodass vielfach auch unter diesen Gesichtspunkten eine chirurgische Versorgung für den Patienten zu bevorzugen ist.

2. Luxationen („Gelenksverrenkung“)

Luxationen treten hauptsächlich im Rahmen von schweren Traumen (z. B. Verkehrsunfall, Fenstersturz oder Bissverletzungen) auf. Daher stehen bei den meisten Patienten zunächst die Stabilisierung des Kreislaufs und die Behandlung anderer lebensbedrohlicher Verletzungen im Vordergrund. Abhängig vom Ausmaß und Richtung der Gelenksverrenkung sowie der Traumatisierung des Gelenks (Gelenkkapselriss, Riss von Seitenbändern, Muskelabriss etc.) wird über die erforderlichen Maßnahmen zur Herstellung der Gelenksfunktion entschieden.

Zum Einsatz kommen können u. a.

  •  Naht der Gelenkkapsel
  •  Bandersatz mit synthetischen Materialien (z. B. Knochenanker und Fiber wire)
  •  Zeitweise Ruhigstellung mittels Fixateur externe oder Cast-Verband
  • Chirurgische Gelenksversteifung (insbesondere im Bereich des Handgelenks)

3. Schultergelenkserkrankungen

  • Osteochondrosis dissecans
  • Bizepssehnenriss
  • M. infraspinatus Kontraktur
  • Schultergelenksinstabilität

4. Ellbogengelenksdysplasie

  • Fragmentierter Processus coronoideus medialis ulnae („FPC“)
  • Isolierter Processus anconaeus („IPA“)
  • Osteochondrosis dissecans

5. Kreuzbandriss

Die häufigste Lahmheitsursache der Hintergliedmaße beim Hund ist eine Schädigung (Anriss oder kompletter Riss) des vorderen, sehr selten des hinteren Kreuzbands. Meniskusschäden treten parallel mit einem Riss des vorderen Kreuzbands bei 30 bis 70 Prozent der Hunde auf. Der Kreuzbandriss beim Hund wird als eine Erkrankung bezeichnet, weil sie typischerweise die Folge eines degenerativen Prozesses und nicht wie beim Menschen durch Sport oder ein Trauma entsteht. Bei Hunden mit einer Erkrankung des vorderen Kreuzbands besteht eine 30- bis 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass das andere Knie innerhalb von einigen Monaten oder Jahren ebenfalls betroffen sein wird. Häufig lassen sich zum Zeitpunkt der orthopädischen Untersuchung bereits röntgenologische Veränderungen am anderen Kniegelenk nachweisen.

Für die chirurgische Versorgung des vorderen Kreuzbandrisses beim Hund sind zahllose Operationstechniken beschrieben worden, von denen sich bisher keine als der „Gold-Standard“ erwiesen hat. Die in der Humanmedizin am häufigsten verwendete Technik ist der Ersatz des vorderen Kreuzbands durch körpereigene Sehnen des Semitendinosus- und des Gracilis-Muskels (sogenannter intraartikulärer Bandersatz). Diese Operationstechnik lässt sich nicht auf den Hund übertragen.

Für die Auswahl einer geeigneten Operationstechnik sollte das Kniegelenk ganzheitlich betrachtet und der Kreuzbandriss auch als eine Erkrankung verstanden werden. Deshalb sind die Versorgung von Meniskusschäden, der Umgang mit dem Kniegelenk und entzündetem Gewebe sowie eine intensive postoperative Behandlung und Rehabilitation mindestens genauso wichtig wie die angewandte Operationstechnik selbst.
 
Die sogenannte TPLO-Technik kann derzeit als Referenztechnik zur Versorgung des vorderen Kreuzbands angesehen werden und ist das am meisten untersuchte orthopädische Operationsverfahren der vergangenen Jahre. Durch diese OP kann eine sehr gute dauerhafte Belastbarkeit des Kniegelenks erreicht werden und das Fortschreiten der Kniegelenksarthrose wird auf ein Minimum begrenzt.

TPLO (tibia plateau leveling osteotomy)

Das Grundprinzip der TPLO ist die Neutralisation der Abwärtsbewegung des Oberschenkels relativ zum Unterschenkel während der Belastungsphase bei einem nach Riss des vorderen Kreuzbands instabilen Kniegelenk. Durch Drehung der Unterschenkelgelenkfläche in eine nahezu horizontale Position („leveling“) werden die entlang der ursprünglich schrägen Gelenkfläche einwirkenden Scherkräfte aufgehoben. Damit wird im Kniegelenk kein vorderes Kreuzband mehr zur Stabilisierung benötigt, sodass eine „Reparatur oder Ersatz“ des gerissenen Bandes nicht mehr notwendig ist.

Das Gefälle der Unterschenkelgelenkfläche bestimmt die Größe der Scherkraft. Entgegen vielfachen Hinweisen in Internetforen gibt es bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass Hunde mit einer steileren Unterschenkelgelenkfläche eher zu einem Riss des vorderen Kreuzbands neigen. Allerdings scheint die Stabilisierung eines instabilen Kniegelenks mit einer steilen Unterschenkelgelenkfläche mittels konventionellen Techniken erheblich schwieriger zu erreichen zu sein.

Anhand in Narkose angefertigter und exakt gelagerter Röntgenaufnahmen wird die benötigte Korrektur berechnet sowie die erforderlichen Implantate ausgewählt. In der Operation wird dann mittels einer speziellen Säge die Gelenkfläche vom Unterschenkel halbkreisförmig mobilisiert und um den errechneten Korrekturwinkel in den biomechanisch optimalen Winkel gedreht. Anschließend erfolgt eine Fixation des Knochens durch eine Plattenosteosynthese, einer Technik, die auch bei der chirurgischen Versorgung von Knochenbrüchen zur Anwendung kommt. Dabei verwenden wir heute ausschließlich qualitativ hochwertige Verriegelungsplatten der Firma Synthes Veterinär.

Konventionelle Techniken

Das Ziel der konventionellen Operationstechniken zur Versorgung des vorderen Kreuzbandrisses beim Hund und der Katze ist es, durch Eigengewebe (z. B. Bindegewebe oder Muskulatur) oder Fremdmaterial (z. B. Nylonband, synthetisches Nahtmaterial) eine Stabilisierung des Kniegelenks zu erreichen. Leider gelingt dies in vielen Fällen nicht, weil es durch die sich ständig wiederholenden Belastungszyklen während z. B. des Laufens oder beim Aufstehen zur Lockerung des eingebrachten Materials kommt und eine erneute Instabilität des Kniegelenks entsteht. Als Reaktion darauf entsteht eine Arthrose und chronische Gelenksentzündung, welche die Funktion des Kniegelenks erheblich negativ beeinträchtigen können.

Wir setzen als konventionelles Verfahren die sogenannte extrakapsuläre Zügelung fast ausschließlich nur noch bei Katzen ein.

6. Patellaluxation

  • Vertiefung des Sulcus trochlearis
  • Transposition der Tuberositas tibiae
  • Faszien- / Kapselraffung
  • Korrekturosteotomie bei Achsenabweichung von Ober- und Unterschenkelknochen

7. Hüftgelenksdysplasie

  • Unzementierte Hüftgelenksendoprothese („Züricher Modell“, Fa. Kyon)
  • Zementierte Hüftgelenksendoprothese (Fa. Biomechanique)
  • Dreifache Beckenosteotomie
  • Femurkopf- und Halsresektion

8.Traumachirurgie

Neurochirurgie

1. Bandscheibenvorfall

Eine Vorwölbung der Bandscheibe oder ein Vorfall von Bandscheibenmaterial in den Wirbelkanal kann starke Schmerzen und unterschiedlich ausgeprägte Lähmungserscheinungen verursachen. Vorgefallenes Bandscheibenmaterial führt in der Regel zur Quetschung des Rückenmarks und / oder von abgehenden Spinalnerven. Insbesondere bei gelähmten Patienten ist ein rasches Handeln angezeigt, um so möglichst eine dauerhafte Schädigung des Nervengewebes zu vermeiden.

Nach der Durchführung einer neurologischen Untersuchung ist für die exakte Bestimmung der Lage eines Bandscheibenvorfalls eine kernspintomographische Untersuchung notwendig. Die Therapie eines Bandscheibenvorfalls wird im Wesentlichen vom Schweregrad der Erkrankung abhängig gemacht. Bei Patienten ohne oder mit milden Lähmungserscheinungen können mittels intensiver Schmerztherapie, strikter Ruhighaltung und Physiotherapie möglicherweise Operationen vermieden werden. Bei ausgeprägten Lähmungserscheinungen ist jedoch häufig ein schnelles chirurgisches Eingreifen sinnvoll, insbesondere um eine dauerhafte Schädigung des Nervengewebes zu verhindern. Die Erfolgsaussichten sind dabei hauptsächlich abhängig vom Grad der neurologischen Ausfallserscheinungen und der Dauer der Erkrankung.

Das Ziel eines operativen Eingriffs ist es immer, die größtmögliche Entlastung für das Nervengewebe zu erreichen. Um vorgefallenes Bandscheibenmaterial entfernen zu können, ist die Eröffnung des Wirbelkanals erforderlich. Hierzu wird an der Stelle des Bandscheibenvorfalls der Wirbelknochen mittels einer Fräse abgetragen. Im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule erfolgt dies in der Regel von der Seite (sogenannte „Hemilaminektomie“) oder von oben (sogenannte „dorsale Laminektomie“), im Bereich der Halswirbelsäule dagegen häufig von unten (sogenannter „ventral slot“). An die Operation schließt sich schon aus Gründen der notwendigen intensiven Schmerztherapie sowie des häufig erforderlichen Blasenmanagements eine stationäre Behandlung an.

2. Degenerative lumbosakrale Stenose („Cauda-equina-Kompressionssyndrom”)

Als degenerative lumbosakrale Stenose wird die Einengung der Spinalnerven (sogenannte „Cauda equina“) am Ende des Rückenmarks im Übergangsbereich der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein bezeichnet.

Diese kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • fibroide Degeneration der Bandscheibe (Hansen Typ II) zwischen letztem (siebten) Lendenwirbel und erstem Kreuzbeinsegment (S1)
  • Hypertrophie der am Boden (Lig. longitudinale dorsale) oder am Dach (Lig. interarcuale) des Wirbelkanals verlaufenden Bänder
  • Einengung des Nervenaustrittslochs („Foramenstenose“)
  • Instabilität im Bereich der Wirbelgelenke mit Hypertrophie der Gelenkkapsel und / oder umliegenden Weichteilgewebe
  • angeborene Missbildung des lumbosakralen Übergangs (z. B. Übergangswirbelbildung)

Betroffene Patienten können je nach Dauer und Stärke der Nerveneinengung eine unterschiedlich klinische Symptomatik zeigen:

  •  Schmerzhaftigkeit
  •  Verweigerung zu springen
  •  Muskelschwund einer oder beider Hintergliedmaßen
  •  Lahmheit einer Hintergliedmaße
  •  Parese
  •  neurologische Ausfallerscheinungen
  • Kot- / Urininkontinenz

Um eine korrekte Behandlung zu gewährleisten, sollten anschließend an eine neurologische und orthopädische Untersuchung korrekt gelagerte Leerröntgenaufnahmen angefertigt sowie eine Kernspintomographie des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts durchgeführt werden.

Eine rein medikamentelle konservative Behandlung (i. d. R. NSAID + Ruhighaltung) stellt eine sinnvolle Therapieoption für Patienten dar, welche „nur“ eine Schmerzhaftigkeit oder milde neurologische Ausfälle aufweisen. Leider kommt es des Öfteren zum Wiederauftreten der klinischen Symptome.

Die chirurgische Therapie beinhaltet in der Regel eine Druckentlastung für das Nervengewebe. Dafür ist in manchen Fällen eine dorsale Laminektomie ausreichend, in anderen Fällen ist zusätzlich einen Stabilisierung mittels Implantaten notwendig.

3. Zervikale Spondylomyelopathie („Wobbler-Syndrom“)

4. Wirbelfrakturen und Subluxationen

5. Tumoren der Wirbelsäule

Im Falle einer Lähmung nehmen Sie bitte umgehend mit uns Kontakt auf. Je schneller die notwendige Therapie erfolgen kann, desto größer sind die Erfolgsaussichten!

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